Jetzt wird gegen einen Ex-Kommissar ermittelt

Hat ein Trierer Ex-Kommissar Dienstgeheimnisse im Fall Tanja Gräff verraten? Es geht um eine Spur in dem mysteriösen Fall, die angeblich nicht intensiv genug verfolgt wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Verrat von Dienstgeheimnissen?

Auslöser der Ermittlungen ist ein Artikel, der im Mai 2015 im Bonner Generalanzeiger erschienen ist. Darin wird der Fall „Tanja Gräff“ noch einmal akribisch aufgerollt. Es werden Uhrzeiten genannt, Personen, mit denen Tanja in der Nacht ihres spurlosen Verschwindens unterwegs gewesen sein soll. Darunter ist auch ein Mann, der unter den Ermittlern offenbar „Spitzbart“ genannt wird. Später wird daraus die so genannte „Spitzbartspur“. Im dem Artikel taucht auch ein seit 2012 pensionierter Kommissar des Trierer Polizeipräsidiums auf, der im Fall „Tanja Gräff“ ermittelt hatte. Dieser Ex-Kommissar ist der Meinung, dass bei den Ermittlungen einiges schief gelaufen ist und nicht allen Spuren nachgegangen wurde. Unter anderem, dass die „Spitzbartspur“ nicht weiter verfolgt wurde. Es habe ein Phantombild des Mannes gegeben, das aber nie veröffentlicht worden sei. Ähnlich hatte sich der frühere Polizist zuvor auch schon in einem Leserbrief geäußert.

Computer sichergestellt

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft in Koblenz gegen den Ex-Kommissar. Es geht um die Frage, ob der ehemalige Polizist möglicherweise Dienstgeheimnisse verraten hat. Bei dem Mann war Ende vergangenen Jahres eine Wohnungsdurchsuchung durchgeführt worden. Dabei wurde sein Computer beschlagnahmt auf dem sich zahlreiche Dateien befinden. Ob diese etwas mit dem Fall „Tanja Gräff“ zu tun haben ist nicht bekannt. Es werde noch einige Zeit dauern, diese alle auszuwerten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Möglicherweise seien danach noch weitere Ermittlungen nötig. Zunächst hatte der Fall bei der Trierer Staatsanwaltschaft gelegen. Diese hatte ihn dann aber an die Koblenzer Kollegen abgegeben, um dem Anschein einer Voreingenommenheit vorzubeugen, hieß es aus der Trierer Behörde.

Ein rätselhafter Tod

Ende Juni hatte die Staatsanwaltschaft Trier die Ermittlungen im Todesfall Tanja Gräff eingestellt. Trotz umfangreicher Ermittlungen in einem bisher nicht da gewesenen Ausmaß sei kein Hinweis auf ein Verbrechen gefunden worden. Es sei mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass Tanja Gräff durch einen Unfall ums Leben gekommen sei und die 21-Jährige ohne Einwirkung von Dritten von der Felswand in der Nähe der Hochschule gestürzt sei, sagte der leitende Trierer Oberstaatsanwalt damals.

Quelle: www.swr.de